Eine Wanderung durch den Fish River Canyon

Fish River Canyon
Fish River Canyon
Die Sonne geht auf und der Tag bricht über den Fish River Canyon herein. Es ist morgens, kurz vor 7 Uhr. Ein Wagen des Camps bringt uns zum Hiker´s Point. Von hier wollen wir den Abstieg wagen und dann liegt ein wirkliches Abenteuer vor uns: Eine Wanderung durch den legendären Fish River Canyon. Die bizarren Felsen leuchten in der aufgehenden Sonne. Mein Gepäck ist schwer und ich bin gespannt, wie wir die knapp 100 Kilometer bewältigen werden. Der Abstieg ist steil und eigentlich nur etwas für sportliche Menschen, aber wer auch sonst sollte sich freiwillig solch einer Tortur aussetzen. Der Fluss führt erstaunlich viel Wasser und die Luft ist heiß. Für den heutigen Tag haben wir uns ein mittelmäßiges Ziel gesetzt. Wir wollen es zumindest bis zu den stickenden Schwefelquellen von Palm Springs schaffen. Doch entgegen aller Erwartungen erreichen wir diese sehr schnell und beschließen weiterzugehen.  Wir schaffen sage und schreibe 20 Kilometer und sind zwar erschöpft, aber dennoch voller Glücksgefühle. Die Beine schmerzen, doch der Anblick der Felsen im Schein des Feuers, welches wir gemacht haben, ist atemberaubend. Niemand ist wirklich hungrig und so ziehen wir es vor, früh zu schlafen. Weit vor Sonnenaufgang brechen wir erneut auf. Das hat den Vorteil, dass die Sonne noch nicht ganz so heiß brennt. Der zweite Tag ist voller Abenteuer. Wir werden Zeuge der atemberaubenden Tierwelt und werden sogar mit Antilopen konfrontiert. Auch heute legen wir über 20 Kilometer zurück. Wir suchen uns entlang der Felsen ein geschütztes Plätzchen. Die zweite Nacht verläuft ruhig und an das nächtigen im Freien, beginnen wir uns langsam zu gewöhnen. Am nächsten Morgen werden wir unsanft geweckt. Irgendwo in der Nähe hören wir laute Tiergeräusche. Unsere Wanderung geht guten Mutes weiter. Wir sehen immer wieder Paviane, aber wir können nicht wirklich sagen, ob diese uns heute Morgen aus dem Schlaf gerissen haben. Auch heute kämpfen wir gegen die große Hitze und den Sand unter unseren Füßen an. Wir sind ziemlich schnell unterwegs und lassen sogar die „Three Sisters“ und den „Vierfingerklipp“ hinter uns. Die Felsformationen sind unter diesen Namen bekannt, so erfahren wir von einem Kenner in unserer Gruppe, der bereits mehrmals den Canyon bewältigt hat. Er kennt eine gute Stelle für unser nächtest Nachtquartier ganz in der Nähe einer Grabstätte. Meine Beine werden von Tag zu Tag schwerer und  ich suche immer wieder nach einer neuer Motivation, um die noch vor uns liegende Strecke  bis Ai-Ais noch zu schaffen. Ich bin froh darüber, dass der Rucksack leichter wird. Unser letzter Wandertag ist ein Kinderspiel. Am Abend erreichen wir endlich unser Camp. Doch Freude will irgendwie nicht so richtig aufkommen. In den vergangenen Nächten hatte wir uns allabendlich einem leckeren Menü und einem Glas Wein gesehnt, doch heute Abend ist alles anders. Uns fehlt der Schlafplatz im Freien und die unberührte Natur. Im Nachhinein war auch das Dosenessen gar nicht so übel. Fotonutzung mit freundlicher Genehmigung von www.suedafrika-fotos.de (Carina Tietz)
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