Liberia: Friedensnobelpreisträgerin verteidigt Strafe für Homosexualität

In Liberia hat man nichts Wichtigeres zu tun als Homosexuelle ins Gefängnis zu stecken
In Liberia hat man nichts Wichtigeres zu tun als Homosexuelle ins Gefängnis zu stecken
So zweischneidig sind diese Angelegenheiten, es gibt kein Schwarz und Weiß in der Bewertung von Menschen, sondern nur grau. Einerseits hat die Präsidentin von Liberia zurecht den Friedensnobelpreis erhalten. Ellen Johnson-Sirleaf wurde auch hier im Blog von natuerlich-afrika.reisen schon positiv erwähnt, nicht allein, weil es so selten ist, dass eine afrikanische Frau den Friedensnobelpreis erhält. Auch war der Anlass dazu höchst honorig, denn Ellen Johnson-Sirleaf kämpfte für die Rechte vergewaltigter Frauen in ihrem Land. Gut und begrüßenswert. Was den Umgang mit homosexuellen Menschen in ihrem Land angeht, sollte man ihr den Friedensnobelpreis allerdings gleich wieder aberkennen. Bislang gibt es für homosexuelle Handlungen in Liberia ein Jahr Gefängnis als Strafe. Die Präsidenten Johnson-Sirleaf äußerte sich zuletzt in der Richtung, dass sie es für nicht nötig erachte, etwas an diesem Strafmaß zu ändern. Skandalös und völlig inakzeptabel und wie erwähnt einer Friedensnobelpreisträgerin völlig unwürdig! Sie nannte diese Vorgehensweise als wichtig für den Erhalt von "traditionellen Werten" in ihrer Gesellschaft. Der bei dieser Äußerung ebenfalls anwesende Tony Blair wollte sich zu diesem eigentlichen Eklat seitens der afrikanischen Staatschefin nicht äußern. Das Pro-Kopf-Einkommen ist in Liberia noch geringer als jenes von Äthiopien oder Simbabwe, eine Entwicklung des Landes ist bitter nötig. Und dennoch ist es in der lokalen Landespolitik immer noch Unsitte, sich über die Bestrafung und Distanzierung von Homosexuellen auf populistische Weise Sympathien in der in dieser Frage erzkonservativen Bevölkerung zu sichern. Für eine Frau mit einem Friedensnobelpreis in der Tasche eine unwürdige Vorgehensweise. Creative Commons License photo credit: David Stanley
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