Infrastruktur in Madagaskar

Infrastruktur in Madagaskar

 

Flughäfen

Die viertgrößte Insel der Welt erreicht man am besten per Flugzeug. Langstreckenflüge gehen von Paris oder Mailand aus, wobei Anschlüsse von deutschen Flughäfen buchbar sind.
‘Air France‘, ‘Air Madagascar‘, ‘Air Mauritius‘, ‘CorsAir‘‚ ‘South African Airways‘ oder ‘Interair‘ steuern Antananarivo (kurz ‘Ivato‘), den Internationalen Airport von Madagaskar an. Dieser befindet sich ca. 15 km nördlich der Hauptstadt Antananarivo (kurz ‘Tana‘). Taxen führen anschließend zum Stadtzentrum von Tana.
Aufgrund schlechter Straßenverhältnisse hat Madagaskar eines der größten Inlandsflug-Netze weltweit. Von Tana können mit Ausnahme von Städten im mittleren Hochland die größeren Städte Madagaskars angeflogen werden.
‘Air Madagascar‘ steuert landesweit 51 Städte an und offeriert mit dem ‘Air Tourist Pass‘ die Möglichkeit, innerhalb einer bestimmten Zeit beliebig viele Flüge durchzuführen. Ermäßigte Inlandsflüge erhält man in Kombination mit einem Langstreckenflugticket. Wegen möglicher Streichungen von Flügen ist es ratsam, sich vor Abflug bei ‘Air Madagascar‘ zu erkundigen, ob der Flug planmäßig stattfindet.
‘Air France‘ – Reisende sollten aufgrund des Wechselkurses Mehrkosten berücksichtigen, da die Bezahlung von Inland-Tickets vor Ort lediglich in US $ möglich ist. Zeitige Reservierung und Rückbestätigungen verhindern einen Verfall der Tickets. Buchen Sie jetzt Ihren Flug nach Madagaskar!

Mietwagen

Viehherde auf einer Straße - Copyright: www.w-rusch.deMietwagen lassen sich im ‘Land der Lemuren‘, wo Rechtsverkehr herrscht, lediglich in touristischen Zentren bei einem Mindestalter von 23 Jahren mieten. Für gewöhnlich sind die Fahrzeuge ausschließlich in Kombination mit einem einheimischen Fahrer buchbar.
Von etwa 50 000 km Straßennetz sind nur 5800 km mit Asphalt versehen, vieles ist noch ein Relikt der Kolonialzeit. Asphaltstraßen dienen hauptsächlich als Verbindung zwischen den Städten des Zentralhochlandes. Sie reichen weiter zu den Küsten im Nordwesten und Osten.
Teilweise kommen sehr gut ausgebaute Straßen vor. In anderen Regionen dominieren unbefestigte Pisten. Besonders in der Regenzeit (Dezember – April) sind diese schwer oder gar nicht passierbar. Ferner können die Fahrzeuge gemäß der landestypischen Bedingungen Mängel haben. Andererseits gibt es auch Unterbrechungen der ‘netten Art‘, etwa wenn Einheimische Reisende mitten auf der Straße in einen Plausch verwickeln.
Offiziell sind die Mietpreise hoch (ca. 100 € / Tag, zzgl. Sprit). Frühe Buchungen empfehlen sich. Gegen Vorlage des Internationalen Führerscheins können ebenso Mopeds und Motorräder ausgeliehen werden. Die Treibstoffversorgung ist flächendeckend.Buchen Sie jetzt Ihren Mietwagen für Ihre Madagaskar-Reise!

Fahrrad + Wandern

Die Vielfalt Madagaskars per gemietetem Fahrrad zu erkunden, wird immer beliebter. Ausreichend Ersatzteile sollte man allerdings im Gepäck haben, denn unterwegs sind sie schwer zu beschaffen. Wer nicht auf eigene Faust unterwegs sein möchte, kann sich einer begleiteten Fahrradgruppe anschließen.Lesen Sie doch auch den Reisebericht einer Fahrradtour durch Madagaskar!
Ebenso sind Wandertouren möglich, bei denen im Zelt geschlafen wird. Hütten und genaue Weg Ausschilderungen, wie man sie von heimischen Bergtouren kennt, finden sich auf Madagaskar nämlich nicht. Geführte Touren sind ratsam.

Taxi, Bus und Bahn

Taxen, deren Türen mit Draht verschlossen sind? Auf Madagaskar nichts Ungewöhnliches. Zudem kommen in Städten Rikschas zur Beförderung von Lasten und Touristen zum Einsatz. Vor Fahrtantritt sollte man den Preis vereinbaren. Dies gilt ebenso für Taxen, obwohl die Regierung deren Preise festlegt. Einheitliche Fahrpreise gelten überall mit Ausnahme von Tana und Fianarantsoa.
Zwei Taxi-Varianten sind verfügbar: Preiswertere Buschtaxis (‘Taxi-brousses‘) stoppen bei Möglichkeit an jeder Haltestelle, um neue Fahrgäste aufzunehmen, ‘Taxi-bes‘ hingegen erweisen sich als zügiger und bequemer.
Üblicherweise findet der Personentransport mithilfe von regelmäßig fahrenden Buschtaxis statt, die neben Kollektiv-Taxen Verbindungen zwischen ländlichen Städten herstellen und dabei auch weitläufigere Überlandstrecken zurücklegen.
Unregelmäßig fahrende Fernbusse sind oft überfüllt. Die Nutzung öffentlicher Buslinien kann ein wenig abenteuerlich, aber spannend sein.
Gut ausgestattete, regelmäßig verkehrende ‘Madabus‘ – Fahrzeuge sichern die Verbindung zwischen touristisch geprägten Städten. Sie sind zügiger und bequemer als Buschtaxis.
Bereist man Madagaskar in einer geschlossenen Reisegruppe, erfolgen die Touren meist im Kleinbus.

Eisenbahn

Madagaskars Eisenbahnbetrieb, der vier Linien mit einer Gesamtlänge von etwa 732 km umfasst, liegt größtenteils still. Wiederholt technische und zeitaufwändige Probleme resultieren aus der Beschaffenheit der Fahrzeuge und Anlagen.
Lediglich die Strecke Fianarantsoa – Manakara wird derzeit befahren, wobei der Zugverkehr anderer Linien (etwa Moramanga – Tamatave) zukünftig wieder aufgenommen werden soll. Die 8 bis 10-stündige Bahnfahrt an die Ostküste nach Manakara ist für Urlauber ein kleines Abenteuer. Während der Zwischenhalts in Dörfern werden auch landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Gewürze verladen. Bei langsamer Zuggeschwindigkeit kann man die abwechslungsreiche, farbenfrohe Landschaft auf sich wirken lassen und in Fotos festhalten.

Schiff

Boot am Strand von Ifaty - Copyright: www.w-rusch.deToamasina und Mahajanga sind die größten der insgesamt 18 Häfen. Viele feste Schiffsverbindungen von oder nach Madagaskar bestehen nicht. Gelegentlich steuern Kreuzfahrtschiffe den Inselstaat an, wobei lediglich ein kurzer Halt in Fort Dauphin üblich ist.
Von Sansibar, Tansania bzw. Mombasa, Kenia aus dauert die Fahrt auf einem Frachtschiff nach Madagaskar mehrere Wochen.
Im nordöstlichen Teil Madagaskars sind Containerschiffe, welche ebenso Passagiere mitnehmen und nicht als die sichersten gelten, häufig die einzige Möglichkeit des Transports. Zahlreiche Flüsse im Land sind für Schiffe unbefahrbar.
Während die Madagassen je nach Wohlstand kleine oder große Fischerboote besitzen, offeriert das ‘Ministère du Tourisme de Madagascar‘ touristische Bootsfahrten auf den Flüssen Tsiribihina und Betsiboka. Ob man sich dort für eine abenteuerliche Piroge (Einbaum) oder einen antiken Dampfer entscheidet, hängt ganz vom gewünschten Nervenkitzel ab.
Entlang der Ostküste erstreckt sich mit dem ‘Kanal de Pangalanes‘ der längste Kanal der Welt (über 600 km), den man z.B. mit einem Wassertaxi befahren kann.
Mittels einer motorisierten Piroge lässt sich beispielsweise auch das Fischerdorf Anakao erreichen, wobei die Fahrt über das offene Meer witterungsabhängig ist. Madagassen und Urlauber gelangen ferner mit dem Boot zur beliebten Urlaubsinsel Nosy Bé. Von hier sind weitere Touren buchbar, etwa zur Lemuren-Insel Nosy Komba.
Zudem nehmen ‘Whale Watching‘ – Touren zu. Die kleine, an der Nordostküste gelegene Insel Saine Marie wird vor allem Ende Juni wegen der alljährlichen Einkehr der Buckelwale aufgesucht.
Des Weiteren ermöglichen gecharterte Katamarane Urlaubserlebnisse wie Island-Hopping, Exkursionen, Tauchgänge, Fischen oder Fahrten bis nach Südafrika.

Unterkünfte

Sonnenuntergang in Madagaskar - Copyright: www.w-rusch.de‘Bettenburgen‘ findet man auf Madagaskar ebenso wenig wie die Selbstverständlichkeit, dass Unterkünfte dem gewohnten europäischen Standard entsprechen.
Saubere, gute Bleiben lassen sich dennoch ausfindig machen. Der Ausfall von Warmwasser oder Strom ist aber auch dort nicht unüblich.
Hotels sind in allen Preisklassen verfügbar. So haben z.B. größere Anlagen weitläufige Pools, Wellness-Bereiche oder Möglichkeiten zum Golfen und Tennisspielen. Küsten-Unterkünfte besitzen meist eigene Strandbereiche.
Eine Alternative zu Hotels stellen einfache Jugendherbergen, Bungalows, Hütten oder Zimmer bei Privatpersonen dar. Eine abgebildete Palme dient als Erkennungszeichen für eine Unterkunft.
Gerade außerhalb von Städten gestaltet sich die Unterkunftssuche nicht immer leicht. Teilweise sind Regionen dünn besiedelt, was besonders für Individualreisen relevant ist.

Kommunikation

Je nach Region sind Satellitentelefon, Telefonzellen, Festnetzanschlüsse und Mobilfunknetze (u.a. ‘Orange‘, ‘Madacom‘) vorhanden.
Öffentliche Telefonzellen (Kartentelefon) funktionieren selbst bei Übersee-Telefonaten gut.
Große Städte sind bereits mit dem stets wachsenden GSM-Netz komplett versorgt. Es empfiehlt sich, vorab die Roaming-Gegebenheiten mit dem Handyanbieter zu klären.
Poststellen, deren Öffnungszeiten sich an denen der Banken orientieren, und Internet-Cafés mit Modem-Zugang in größeren Städten dienen der weiteren Kommunikation. Luftpost braucht etwa 7 Tage nach Europa, via Landweg bis zu 4 Monaten.
Madagaskars Vorwahl lautet ‘+261‘ bzw. ‘00261‘, die Internetkennung ist ‘.mg‘.

Sonstige Hinweise für Ihre Madagaskar Reise

  • Im Airport-Ankunftsbereich lauern häufig unseriöse ‘Helfer’ oder ‘Reiseführer‘, denen man keinesfalls persönliche Unterlagen oder Bargeld aushändigen sollte. Seriöse Ansprechpartner sind hingegen vertraute Reiseunternehmen.
  • Individualreisen gestalten sich angesichts der verfügbaren öffentlichen Verkehrsmittel als kompliziert. Hinzu kommen mangelhafte Straßenzustände, administrative Barrieren, Verständigungsprobleme, gelegentliche Kriminalität und Engpässe in der Versorgung oder Nachrichtenübermittlung. Ein Mietwagen von Tana aus oder organisierte Rundreisen bieten sich deshalb an.
  • Für Camping in ländlichen Gegenden ist eine Anmeldung im nächst gelegenen Dorf erforderlich. Beim ’Bürgermeister’ erhält man neben der Zelt-Erlaubnis wichtige Kenntnisse über die jeweiligen örtlichen ‘Fadys’, die dort geltenden Tabus.
  • Tagsüber kann man sich in Stadt und Land verhältnismäßig sicher und frei bewegen. Diebstähle oder Überfälle betreffen aber auch Urlauber. Der Sicherheit halber sollte man Spaziergänge allein oder in der Gruppe nach Einbruch der Dunkelheit in Stadtgebieten meiden.
  • Während der Regenzeit ist der nördliche Inselteil nur per Flugzeug oder Schiff zugänglich.
  • Für Touren-Planungen sollten mögliche Zyklone und tropische Wirbelstürme (Ende Dezember-Ende März), insbesondere in den Ostküstenregionen Madagaskars, berücksichtigt werden.

Autorin: Miriam Otto

 

Quellenhinweis:
Die Fotos werden mit freundlicher Genehmigung von www.w-rusch.de verwendet!

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